Am 21. November 2008 um 15:00 Uhr lud die Stadt Glinde in einer Kooperationsveranstaltung mit der Sönke - Nissen - Park Stiftung in das "Alte Guthaus" zu einer Lesung mit der Literaturinterpretin Rena Larf ein.

Anlässlich des 100. Todesjahres von Wilhelm Busch wurden in einem abwechslungsreichen Programm zuerst Bildergeschichten um die Streiche von "Max & Moritz" am knisternden Kamin präsentiert.

 

 

Schnell füllte sich der kleine Saal mit begeisterten kleinen und großen Fans der wohl bösesten Lausbuben der Literaturgeschichte.

Fast jeder zweite von ihnen hob auf Nachfrage von Rena Larf, ob sie zuhause ein Buch von Wilhelm Busch haben, den Finger.

Rena Larf in Märchengewandung

Da ging es um die Witwe Bolte und ihre Hühner, um den Spitz, der die Schuld an der Räuberei kriegt, und zwei "schlimme Finger" auf dem Dach:

"Durch den Schornstein mit Vergnügen

Sehen sie die Hühner liegen,

Die schon ohne Kopf und Gurgeln

Lieblich in der Pfanne schmurgeln."

Viel Spaß hatten besonders die kleinen Gäste an der modernen audio - visuellen Umsetzung dieses alten Themas.

Das Ende der Geschichte:

"Gott sei Dank! Nun ist's vorbei

Mit der Übeltäterei!"

"Denkt euch nur,

welch' schlechten Witz

Machten sie mit Onke Fritz!"

     

Rena Larf: "Wir dürfen heute Nachmittag auch die eher unbekannte Seite des Wilhelm Busch erfahren und kennen lernen. Denn die vielen Lesungen in seinem 100.Todesjahr drehen sich fast immer nur um seine Gedichte und Bildergeschichten, vielleicht noch um die ein oder andere Fabel.

Aber …wer kennt Wilhelm Busch schon als Märchenschreiber?

Wer weiß schon, dass er aus Zutaten wie Hexen, Königskindern und armen Burschen wunderschöne Märchen gezaubert hat, die heute, vollkommen zu Unrecht irgendwo verstauben? Ungelesen. Ungehört. Das darf nicht sein! Unerhört!"

 

Und so kam dieses wunderbare Konzept besonders gut beim Publikum an, denn Rena Larf hatte aufmerksame Zuhörer auf ihrer Seite, die ganz überrascht waren, was da auf sie zukam!

Die Variante von "Der dumme Hans" ließ die Gäste schmunzeln und "Die schwarze Prinzessin" war etwas unheimlich, aber endete glücklich, wie es sich für ein ordentliches Märchen gehört!

     

Das Publikum am Büchertisch der Bücherkate Glinde

In der Pause sorgte das freundliche "Küchenteam" für das leibliche Wohl der Gäste mit köstlich duftenden Bratäpfeln, Kaffee, Tee und alkoholfreien Erfrischungsgetränken.

Nach der Pause entführte Rena Larf die Zuhörer weiter in die ungewöhnliche Märchenwelt des Wilhelm Busch:

Da ging es um "Die bestrafte Hexe", die ihr Ende in einem durchnagelten Fass fand.

Bei "Muschetier, Grenadier und Pumpetier" machte das Publikum aktiv mit und imitierte mit sichtlichem Vergnügen das Scharchen der drei Riesen, was für allgemeine Heiterkeit sorgte!

Und "Die alte Slüksche" mit ihrer großen Schnüffelnase musste  schließlich  ihre Gier mit einem blauen Buckel bezahlen.

Stimmen zum Vortrag:

"So kannte ich Wilhelm Busch noch gar nicht. Das war eine richtige Überraschung!"

"Das war ein toller Vortrag und ich muss mir unbedingt ein Buch mit seinen Märchen besorgen!"

"Eine Lesung mit Beamer fand ich richtig gut. Mal was anderes und sehr lebendig für die Kinder."

Mein Dank geht an die Stadt Glinde und die

Sönke - Nissen - Park Stiftung.

Das Publikum war  fantastisch!

 

 

(c) Fotos: Ray  Larf

 

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