Rena Larf - FINE DINING STORIES HAMBURG

 

 

Liebesbriefe

Mots d'Amour

 

 

 

Beethovens Liebesbrief an die

"Unsterbliche Geliebte"

Guten Morgen, am 7. Juli 1812:

 
Schon im Bette drängen sich die Ideen zu dir, meine unsterbliche Geliebte, hier und da freudig, dann wieder traurig, vom Schicksale abwartend, ob es unß erhört – Leben kann ich entweder nur ganz mit dir oder gar nicht, ja ich habe beschlossen, in der Ferne so lange herumzuirren, bis ich in deine Arme fliegen kann und mich ganz heimathlich bei dir nennen kann, meine Seele von dir umgeben ins Reich der Geister schicken kann. – Ja leider muß es seyn – du wirst dich fassen, umsomehr da du meine Treue gegen dich kennst, nie kann eine andere mein Herz besitzen, nie – nie – o Gott, warum sich entfernen müssen, was man so liebt, und doch ist mein Leben in W. so wie jetzt ein kümmerliches Leben – deine Liebe machte mich zum glücklichsten und zum unglücklichsten zugleich – in meinen Jahren jetzt bedürfte ich einiger Einförmigkeit Gleichheit des Lebens
– kann diese bei unserm Verhältnisse bestehen?
– Engel, eben erfahre ich, daß die Post alle Tage abgeht – und ich muß daher schließen, damit du den B. gleich erhälst. – Sei ruhig, nur durch ruhiges Beschauen unseres Daseins können wir unsern Zweck zusammen zu leben erreichen
– sei ruhig – liebe mich – heute – gestern – welche Sehnsucht mit Thränen nach dir – dir – dir – mein Leben – mein alles
– leb wohl – o liebe mich fort – verkenne nie das treuste Herz deines geliebten L.
 
ewig dein
ewig mein
ewig unß.«

 

 

 

Einen Liebesbrief liest man zwanzig, dreißig Mal. Dann legt man ihn unters Kopfkissen oder trägt ihn zweimal gefaltet wochenlang zwischen Buchseiten mit sich herum. Viele von uns haben auch alte Briefe in einer Schachtel im Schrank versteckt.

Briefe, die von Leidenschaft, Lust und Liebe zeugen, die uns heimlich rufen in eine andere Zeit...

»Sie sind der Liebe Taubenwagen, die ein Herz zum andern zieht.« (Menzel, Streckverse, 214.)

 

 

Lassen Sie sich von "Mots d'Amour" - von Liebesbriefen -  entführen, deren Inhalte von einer Leidenschaft zeugen, die alle Konventionen sprengen. Kein Gefühl ist farbiger, schillernder und intensiver als die Liebe.

 

Es gibt viele berühmte Liebesbriefe wie den von Kurt Tucholsky an seine spätere Frau Mary:

 

»Dein Kopf liegt an meiner Schulter, ich sehe Deine Haare im Licht zittern, ich streichle Deine Hand. Ich empfinde Dich ganz deutlich, so nahe, so nahe, ich fühle die Wärme Deines Körpers – und ich möchte immer das eine: Du sollst immer da sein. Du alter Zappelphilipp, Du Strampeltante: ich küsse Deine liebe Hand und freue mich, auf Sonntag Abend.«

 

 

 
 Liebesbriefe gehören zu den zärtlichsten und intimsten Dingen zwischen zwei Menschen.
 
 

»Um einen guten Liebesbrief zu schreiben«, sagt Rousseau, »musst du anfangen, ohne zu wissen, was du sagen willst, und endigen, ohne zu wissen, was du gesagt hast.«

 
»Ich kann weder essen, noch schlafen, weil ich nur an dich denke, Liebste, ich mag nicht einmal mehr Pudding.«– schrieb der englische Admiral Nelson seiner Angebeteten Lady Emma Hamilton am 29. Januar 1800.
 
Und Joachim Ringelnatz fand Rührendes:
 
»Ich habe inzwischen Deinen anderen Brief gelesen, und mein Herz ist voll Weh. Aber das soll wohl mein Los sein. Dein Leben, Lona, ist weiß, schlohweiß, und das meinige ist düster im Bunten. Du bist so viel höher als ich. Und mich hat wohl Gott bestraft oder bestimmt, ein ruheloses Dasein zu führen, wie die Seevögel, die mutig und kühn und doch voller steter Angst sind. Gott behüte dich. Ach, einmal nur möchte ich meinen Kopf in Deine Hände legen. Leb wohl, geliebtes Mädchen. Vielleicht meint der Krieg es wohl mit mir. Ich sende dir innige Küsse.« Joachim Ringelnatz, (Cuxhaven) 22. April 1917
 
 

 

(c) Jean-Honoré Fragonard

 

Ihnen werden berühmte Namen begegnen und jene, die Sie noch gar nicht kennen. Denn nichts unterscheidet Dichter, Sängerinnen, Könige und Tänzerinnen von den gemeinen Liebenden.

 

Ein Liebesbrief ist etwas Besonderes - für den Schreibenden wie für den Leser. Er kommt aus dem Bauch...und davon hat jeder nur einen!

 

Auch die Damenwelt verwandelt einzelne Buchstaben in Leidenschaft, ganze Sätze ganz direkt oder auch mal durch die Blume.


"Ich liebe Dich, wie die Löwin ihren Gefährten liebt. Ich liebe Dich wie eine leidenschaftliche Frau, die bereit ist, bei der geringsten Geste ihr Leben aufs Spiel zu setzten. Ich liebe Dich mit der Seele und dem Verstand, die Gott seinen Geschöpfen verliehen hat, um außergewöhnliche Menschen wie Dich bewundern zu lassen. Darum, mein herrlicher Victor, kann ich im selben Moment rasen, weinen kriechen und aufrecht stehen. Ich beuge mein Haupt und bete Dich an!"

 

Juliette Drouet (1806 - 1883) an Victor Hugo (1802 - 1885)


Podcast: "Ich liebe Dich"

 

gesprochen von: Rena Larf

 

 

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