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Beethovens Liebesbrief an die
"Unsterbliche Geliebte"
Guten Morgen, am 7. Juli 1812.
Schon im Bette drängen sich die Ideen zu dir, meine unsterbliche
Geliebte, hier und da freudig, dann wieder traurig, vom Schicksale
abwartend, ob es unß erhört – Leben kann ich entweder nur ganz mit dir
oder gar nicht, ja ich habe beschlossen, in der Ferne so lange
herumzuirren, bis ich in deine Arme fliegen kann und mich ganz
heimathlich bei dir nennen kann, meine Seele von dir umgeben ins Reich
der Geister schicken kann. – Ja leider muß es seyn – du wirst dich
fassen, umsomehr da du meine Treue gegen dich kennst, nie kann eine
andere mein Herz besitzen, nie – nie – o Gott, warum sich entfernen
müssen, was man so liebt, und doch ist mein Leben in W. so wie jetzt ein
kümmerliches Leben – deine Liebe machte mich zum glücklichsten und zum
unglücklichsten zugleich – in meinen Jahren jetzt bedürfte ich
einiger Einförmigkeit Gleichheit
des Lebens
– kann diese bei unserm Verhältnisse
bestehen?
– Engel, eben erfahre ich, daß die Post
alle Tage abgeht – und ich muß daher schließen,
damit du den B. gleich erhälst. – Sei ruhig, nur durch ruhiges Beschauen
unseres Daseins können wir unsern Zweck zusammen zu leben erreichen
– sei ruhig – liebe mich – heute – gestern – welche
Sehnsucht mit Thränen nach dir – dir – dir – mein Leben – mein alles
– leb wohl – o liebe mich fort – verkenne nie das treuste
Herz deines geliebten L.
ewig dein
ewig mein
ewig unß.«
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Liebesbriefe
Liebesbriefe gehören zu
den zärtlichsten und intimsten Dingen zwischen zwei Menschen.
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»Um einen guten Liebesbrief zu
schreiben«, sagt Rousseau, »musst du anfangen, ohne zu wissen,
was du sagen willst, und endigen, ohne zu wissen, was du
gesagt hast.« |
»Ich kann weder essen, noch
schlafen, weil ich nur an dich denke, Liebste, ich mag nicht einmal mehr
Pudding.«– schrieb der englische Admiral Nelson seiner Angebeteten Lady
Emma Hamilton am 29. Januar 1800.
Und Joachim Ringelnatz fand
Rührendes:
»Ich
habe inzwischen Deinen anderen Brief gelesen, und mein Herz ist voll
Weh. Aber das soll wohl mein Los sein. Dein Leben, Lona, ist weiß,
schlohweiß, und das meinige ist düster im Bunten. Du bist so viel höher
als ich. Und mich hat wohl Gott bestraft oder bestimmt, ein ruheloses
Dasein zu führen, wie die Seevögel, die mutig und kühn und doch voller
steter Angst sind. Gott behüte dich. Ach, einmal nur möchte ich meinen
Kopf in Deine Hände legen. Leb wohl, geliebtes Mädchen. Vielleicht meint
der Krieg es wohl mit mir. Ich sende dir innige Küsse.«
Joachim Ringelnatz, (Cuxhaven) 22. April 1917
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Einen
Liebesbrief liest man zwanzig, dreißig Mal. Dann legt man ihn unters Kopfkissen
oder trägt ihn zweimal gefaltet wochenlang zwischen Buchseiten mit sich herum. Viele von uns haben auch alte
Briefe in einer Schachtel im Schrank versteckt.
Briefe, die von
Leidenschaft, Lust und Liebe zeugen, die uns heimlich rufen in eine andere
Zeit...
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»Sie sind der Liebe Taubenwagen,
die ein Herz zum
andern zieht.«
(Menzel, Streckverse, 214.) |
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(c) Jean-Honoré
Fragonard
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| Es gibt viele
berühmte Liebesbriefe wie die von Kurt Tucholsky an seine spätere Frau
Mary:
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»Dein Kopf liegt an meiner Schulter, ich sehe Deine Haare im Licht
zittern, ich streichle Deine Hand. Ich empfinde Dich ganz deutlich, so
nahe, so nahe, ich fühle die Wärme Deines Körpers – und ich möchte immer
das eine: Du sollst immer da sein. Du alter Zappelphilipp, Du
Strampeltante: ich küsse Deine liebe Hand und freue mich, auf Sonntag
Abend.«
oder aus der Feder desselben Herrn:
»Geheim!
Tagebuch-Nr. 69/218.
Hierorts, den heutigen
1.Meine Neigung zu Dir ist unverändert.
2.Du stehst heute Abend, 71/2 Uhr, am zweiten Ausgang des
Zoologischen Gartens, wie gehabt.
3.Anzug: Grünes Kleid, grüner Hut, braune Schuhe. Die
Mitnahme eines Regenschirms empfiehlt sich.
4.Abendessen im Gambrinus, 8.10 Uhr.
5.Es wird nachher in meiner Wohnung voraussichtlich zu
Zärtlichkeiten kommen.
gez. Bosch, Oberbuchhalter«
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Aber wer
nun denkt, nur Männer könnten Liebesbriefe schreiben, voller Sehnsucht und
Lust, der irrt! Auch die Damenwelt verwandelt einzelne Buchstaben in
Leidenschaft, ganze Sätze ganz direkt oder auch mal durch die
Blume.
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"Ich liebe Dich, wie die Löwin ihren Gefährten
liebt. Ich liebe Dich wie eine leidenschaftliche Frau, die bereit
ist, bei der geringsten Geste ihr Leben aufs Spiel zu setzten. Ich
liebe Dich mit der Seele und dem Verstand, die Gott seinen
Geschöpfen verliehen hat, um außergewöhnliche Menschen wie Dich
bewundern zu lassen. Darum, mein herrlicher Victor, kann ich im
selben Moment rasen, weinen kriechen und aufrecht stehen. Ich beuge
mein Haupt und bete Dich an!"
Juliette Drouet (1806 -
1883) an Victor Hugo (1802 - 1885)
Podcast: "Ich liebe Dich"
gesprochen von:
Rena Larf
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"Mein
Herz sehnt sich nach diesem Abend. Nur ein Laut von Dir, mein
Liebster, und es wird mir wohl! Was machst Du bei der entsetzlichen
Hitze?
Mir
ist wo warm, ich bin kraftlos; aber Kräfte des Geistes bedarf man
hier nicht, und ich bin so stille und lasse mich gehen und lasse die
andern reden. Welch ein anderes schönes Leben ist es mit Dir, Du
Liebster!
O
dass Du immer fühlen könntest, wie viel Du mir gibst! Ich kann dies
so wenig sagen, denn meine Gefühle sind so still; ich denke oft, wie
viel ich Dir zu sagen hätte, Dich zu fragen, und ich sage doch so
wenig, aber ich lebte immer so einsam; was ich dachte, teilte ich
nur mit aus Furchtsamkeit, und daher wird es mir oft schwer, über
die Dinge zu sprechen; es wird sich aber geben, der längere Umgang
mit Dir wird mir mehr Selbstvertrauen geben.
Alles
schläft schon um mich her, aber ich kann nicht eher ruhen, bis ich
Dir, teurer Liebster, einen guten Abend gesagt habe, jetzt schläfst
Du wohl; ach mir ist's immer, als müsste ich Dich aufsuchen, als
hörte ich den Laut Deiner Stimme. Ohne Eich ist das Leben mir nur
ein Traum; ich bin nie da, wo ich scheinbar bin, sondern meine
Seele, meine besten, wärmsten Gefühle sind nach Dir hin gerichtet.
Wie lebst Du? Um unserer Liebe willen strenge Dich nicht zu sehr an,
mein einziger Lieber, arbeite nicht zu viel; es kann mir so Angst
werden, dass Du Dir doch wirklich schaden könntest."
Charlotte von Lengefeld (1766 - 1826) an Friedrich Schiller (1759 -
1805)
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Lassen Sie sich von "Mots
d'Amour" - von Liebesbriefen - entführen, deren Inhalte von einer
Leidenschaft zeugen, die alle Konventionen sprengen. Kein Gefühl ist
farbiger, schillernder und intensiver als die Liebe.
Ihnen werden berühmte Namen
begegnen und jene, die Sie noch gar nicht kennen. Denn nichts
unterscheidet Dichter, Sängerinnen, Könige und Tänzerinnen von den
gemeinen Liebenden.
Ein Liebesbrief ist etwas
Besonderes - für den Schreibenden wie für den Leser. Er kommt aus dem
Bauch...und davon hat jeder nur einen!
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