| Auszug aus der Episode
Der Korbleger
© by Rena Larf
„Ich mache uns ein Fruchtkörbchen“,
feixte der Trainer und steckte mir eine Erdbeere in den Mund, die er
für das Erdbeer-Champagner-Sorbet geputzt hatte.
„Unten offen?“, fragte ich staunend. „Da
fällt ja alles raus!“
„Nein, nicht wie beim Basketball. Wir
können es ja flicken!“
Ich konnte mich eines Kommentars ob
dieser Vorlage kaum zurückhalten.
„Lassen wir dein Körbchen offen“,
säuselte ich ihm ans Ohrläppchen. „Schließlich möchte Mann nach dem
Korbleger ja seinen Ball auch wieder mit nach Hause nehmen dürfen.
Es wird also nichts geflickt!“
Dabei musste ich an den Sonderverkauf in
dem Schuhgeschäft unten bei mir an der Ecke denken, den ich wegen
ihm verpasst hatte.
Der Trainer wand und rieb sich an mir und
der Arbeitsplatte und als wenn er meine Gedankengänge gehört hätte,
sagte er: „Also, wir vergleichen hier doch nicht etwa Äpfel mit
Birnen, oder tun wir das? Das Netz in meinem Körbchen ist
dehnfähig.“
Ich spürte bei dieser Konversation immer
mehr, dass mein Ball nicht rein ging und wieder vom Rand sprang.
„Du hast das Ding doch bestimmt schon
ganz schön oft versenkt“, sagte ich mit geistesabwesender Stimme.
Er nahm meine Hand und führte sie auf sein
bestes Stück, das er nun aus seiner Hose befreit hatte.
Sein Dreitagebart schabte beim Küssen an meinem
Kinn entlang. Ich hätte ihm gern mit einem Rasiermesser gegen den
Strich die Stoppeln von der Haut geschabt!
Die vormals kreativ-kompatible
Einlochhilfe mutierte zunehmend zum Moderator einer Koch-Sendung und
meine Lust auf ihn ging am Stock.
Urplötzlich sank die Raumtemperatur auf
drei Grad wie bei einer gut gekühlten Coke und ich musste etwas tun,
damit es nicht zu schmerzhaften Erfrierungen kam.
Dachte ich laut oder hatte ich ein
Medium vor mir?
Genauso plötzlich fing er an zu sülzen:“
Scarlett, das Eis sollte schnellstens abgeschmolzen werden. Das ist
nicht gut für das Stöckchen!“
Das kam einem Déjà Vu gleich. Erlebte
ich das gerade jetzt oder passierte das dieser Frau in meinem Kopf?
Ich war schlagartig deprimiert. Ich riss die Kühlschranktür auf und
kippte einen Prosecco in einem Rutsch hinunter.
Ich wünschte mir einen Punktrichter, der
das Spiel in meiner Küche abpfiff. Ich wünschte mir eine
Bewusstlosigkeit, die mich schuldunfähig machte.
Und dann schlief ich doch mit ihm –
irgendwie!
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